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Montag, 16. März 2015

Die Schilder der Toten

Steve war neu und musste sich erst zurecht finden. Er hatte bewusst nach einem Job mit wenig Verantwortung gesucht. Nein, noch mehr Verantwortung für andere konnte er zur Zeit wirklich nicht brauchen. Er hatte genug mit sich selbst zu tun und wollte ein paar Dinge in seinem Leben in Ordnung bringen. Der Job war leicht für ihn, ein wenig handwerkliches Geschick und ab und zu Montagearbeiten auf der Strasse. Das war der Grund warum er sich um diese Arbeit beworben hatte. Er hatte vielleicht auch ein wenig Glück das er den Job bekam. Ein Typ der in dieser Firma arbeitete, und den er aus seiner Jugend noch kannte, dürfte da ein nettes Wort für ihn eingelegt haben. Und dieser Typ war sozusagen die rechte Hand des Betriebsleiters. Tja, Glück gehabt. Anfangs war es natürlich etwas anstrengend, so wie meist in einem neuen Job, aber das gab sich dann mit der Zeit. Die Monate vergingen und Steve hatte sich eingearbeitet. Er kannte seine Kollegen bereits sehr gut, und mit vielen verstand er sich auch privat hervorragend. Sie waren ein bunt zusammengewürfeltes Team, und hatte auch alle in etwa zur selben Zeit in dieser Firma angefangen. Das war eine der Tatsachen die Steve anfangs zum nachdenken brachten, denn er merkte das es in diesem Unternehmen nur sehr wenige langjährigen Mitarbeiter gab. Und das war doch sehr merkwürdig, vor allem da es sich um einem der renommiertesten Betriebe im ganzen Land in dieser Branche handelte.

Die Monate in der Anfangszeit waren auch hart, denn es waren viele Dinge nicht so wie sie sein sollten. Es wurde mit den rudimentärsten Methoden gearbeitet und es war ein extremer fachlicher Know How Mangel erkannbar, der erst kompensiert werden musste durch das neue Team. Es war fast schon fast erschreckend für Steve feststellen zu müssen wie in dieser Firma bis jetzt gearbeitet wurde. So etwas unprofessionelles hatte er bis jetzt noch nie erlebt. Steve kam aus einer anderen Branche wo so eine Arbeitsweise zwangsläufig schnell im Konkurs geendet hätte.

Er lernte wie gesagt die meisten Charaktere in der Firma sehr gut kennen und wie das so ist, damit auch die schwarzen Schaffe. Also diejenigen die immer versuchen sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen, und das natürlich auf Kosten der anderen. Von dieser Sorte Schafe gab es hier wie in den meisten Betrieben einige, das war ganz normal. Nicht normal war aber für Steve das dieser Betrieb Gewinn erwirtschafteten konnte und das noch dazu seit über 20 Jahren. Es war klar, in dieser Branche lief der Hase ein wenig anders, und er verstand langsam wieso. Es gab nämlich einen äußerst netten Sponsor und das war der liebe Herr Vater Staat. Dieser war natürlich der Hauptabnehmer für die Produkte des Unternehmens, und das waren eben hauptsächlich Verkehrszeichen. Es gab nur wenige Unternehmen im ganzen Land die eine Lizenz dafür hatten, und diese hatten somit auch logischerweise die Preise. Nein es durfte nicht jeder einfach daher kommen und Verkehrszeichen produzieren und dann für Gemeinden, Stätte oder Strassen montieren. Nein, so leicht war es nicht, man brauchte eine nette kleine Lizenz dafür und die kriegt eben nicht jeder.

Es war fast genial und Steve machte sich viele Gedanken darüber.  Es war wohl auch eine riesen Schweinerei gegenüber den Steuerzahlern. Aber er fand sich letzen Endes mit diesen Umständen ab. Er wollte ohnehin einfach nur seinen Job so gut wie möglich machen und  doch hier nicht den Heldenhaften  Weltverbesserer spielen. Steve hatte ja auch schließlich durch diese Firma einen Job, und da wäre es wohl schön blöd hier etwas unpassendes zu sagen.  Es war auch ein guter Job, Steve liebte ihn. Die Montagearbeiten auswärts waren zwar nicht so sein Ding, vor allem deswegen weil Steve nur sehr ungern zu lange von seinen Kinder weg blieb. Doch leider ließen sich diese Montage Ausflüge manchmal nicht vermeiden, und Steve biss eben einfach ab und zu in diesen sauren Apfel. Durch seine guten Kontakte zu den Kollegen die länger im Betrieb arbeiteten, bekam er auch noch andere Dinge mit die er lieber nicht hören wollte. Dinge die wohl besser keiner wissen sollte und das mit guten Grund.

Gewisse Leute hatte den Bogen in bestimmten Angelegenheiten weit überspannt. Sie waren zu weit gegangen! Und das nur um ihre eigenen Interessen zu schützen und um nicht schlecht da zu stehen. Ein Straßenbauprojekt von sehr großen Ausmaß war die Ursache. Die Firma hatte von einem mächtigen Straßenbau Unternehmen den Auftrag erhalten die verschiedensten Schilder zu produzieren und diese auch aufzustellen. Das ganze für einen sehr großen Streckenabschnitt. Bei der Sache ging es um jede Menge Geld. Richtig viel Geld und der Zeitdruck war goß. Wohl zu groß, denn es wurden in der Eile Teile verbaut die nicht den Vorschriften entsprachen. Als dieser katastrophale Fehler bemerkt wurde war es zu spät. Die Kosten dieses Missgeschick zu beheben wären riesig gewesen und hätten den Betrieb vielleicht das Genick brechen können. Oder zumindest erheblich geschadet.

Der Betriebsleiter und seine rechte Hand die für das Projekt verantwortlich waren, wussten natürlich davon. Tja was sollten sie jetzt machen? Den Chef informieren? Einfach den Fehler eingestehen und die Verantwortung übernehmen?  Das hätte nicht gut ausgesehen für sie, denn sie waren ja für das Projekt die Verantwortlichen. Sie beschlossen das ganze einfach unter den Tisch zu kehren. Keiner sollte davon erfahren! Nicht der Chef und schon gar nicht das Bauunternehmen, geschweige denn die Presse. Sie wussten, wenn diese Sache raus kommt, dann müsste man die Fehlerhaften Teile alle austauschen weil sie ein Sicherheitsrisiko waren!

Wie das eben so ist mit den Dingen die keiner Erfahren soll, so ist es auch mit der Wahrheit. Es ist nur eine Frage der Zeit bis es sich herum spricht. Steve machte sich wie immer seine Gedanken dazu, und immer wenn er auf der Strecke fuhr von der er wusste was hier auf ihn lauerte überkam ihn ein Gedanke:


 

Gut das ich keine Verantwortung trage!


Oder habe ich sie etwa doch obwohl ich sie gar nicht wollte?


Himmel oder Hölle Wegweiser Schild mit Text




 

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Samstag, 14. März 2015

Hey Joe

7:00 der Tag war schon am Laufen. Am Frühstückstisch studierte Joe konzentriert den Teil der Zeitung in dem die aktuellen Nachrichten zu Wirtschaft und Politik standen. Es machte sich ich ein Grinsen in seinen Gesicht breit, und er schlang noch schnell einen Bissen vom Tost runter. Mit der halb vollen Tasse Kaffee in der Hand stand er auf und bewegte sich zügig in den Nebenraum. Es war sein Büro, sein Homeoffice. Ein heller freundlicher Raum, mit ein paar Topf Pflanzen, einer Leder Couch und einem großen Fenster welches den Blick auf einen Zwetschkenbaum im Garten ermöglichter, der mitsamt dem Garten in voller Frühlingsblüte stand. Durch das Fenster strömte warmes Sonnenlicht der ersten Tagesstunden. Joe schritt geradewegs auf den breiten schwarzen Ledersessel zu, der hinter einem riesigen Schreibtisch thronte und machte es sich darin bequem. Er griff zur Fernbedienung die am Tisch lag, und aktivierte den zentral wichtig wirkenden großen LED Fernseher rechts an der Wand. Das Bild eines Nachrichtensprechers erschien, welcher die aktuellen Kennzahlen der wichtigsten Unternehmen des DOW Jones verkündete. Joe horchte nur mit einem Ohr hin, während er einen kleinen Knopf betätigte der am Tisch angebracht war. Der DOW interessierte ihn im Moment nur zweitrangig, zuerst musste er sich um den DAX kümmern. Die 5 Breitbild Bildschirme vor ihm auf dem Tisch erleuchtet in voller Pracht mit dem Login Screen.

Er rückte auf seinem Sessel näher zu Tische und tippte mit einer Hand gekonnt das Passwort in die Tastatur ein, während er noch einen Schluck vom Kaffee nahm. Jetzt erstrahlte die Welt vor ihm auf den Bildschirmen. Eine Welt voller Zahlen, blinkenden bunten Feldern und  Nicht Linearen Zeitreihen.

Börsen Index




 

Es war seine Welt, eine Welt die die meisten Menschen nicht kannten. Eine geheime Welt in der man scheinbar aus Nichts und wie durch Magie unglaubliche Reichtümer schaffen konnte. Aber nur wenn man nur schlau genug war. Schlauer als die anderen, denn in diesen Universum tummelten sich noch andere Wesen die wie Joe waren. Sie wollten alle nur das eine. Sie gierten danach Geld zu verdienen mit der Dummheit und Naivität der Anderen. Diese Anderen, waren Menschen die alle von dieser geheimen Welt keine Ahnung hatte. Die Schafe die zu kleingeistig, zu feige und zu faul waren sich mit dieser Welt auseinander zu setzen, um selbst daraus Profit zu schlagen.Tja Pech für sie,  Joe konnte sich solche moralischen Bedenken nicht leisten. Er selbst hatte ja den Mut gehabt dieses unendliche Meer an Möglichkeiten zu betreten. Bevor er das tat hatte er natürlich so schlau wie er war alles nötige gelernt. Tonnen von Bücher und Information hatte er gelesen, und er wusste jetzt nun ganz genau wie der Hase läuft. Niemand konnte ihm etwas vor machen. Seine Schlauheit zahlte sich auch aus. Joes Vermögen und sein Bankkonto wuchsen in einer steilen Kurve nach oben. An diesen heutigen Tag sollte es nicht anders sein. Es war eine Stunde vor Börseneröffnung und er hatte sich seinen Plan zurecht gelegt. Er war sicher das er funktionieren würde, es gab keinen Zweifel daran. Nein, es war unmöglich das es schief gehen würde. Und falls es doch so sein würde, könnte Joe noch immer rechtzeitig die Reißleine ziehen und mit einem nur kleinen, relativ schmerzlosen Verlust für sein Broker Konto abspringen. Ja, Joe wusste eben genau Bescheid, und er wusste in welche Richtung die Aktie des Unternehmens hin marschieren würde.

Seine Gedanken drehten sich lediglich nur noch darum wie wie er seinen Profit zusätzlich weiter maximieren könnte, als sein Blick auf ein Knock Out Zertifikat viel, welches ihm rechts unten auf dem Bildschirm verführerisch angezeigt wurde. Die Dinger hatte er noch nie gehandelt, aber was solls. Es wusste ja wie sie funktionierten. Er konnte den Gewinn der Aktie damit ums das 10 Fache hebeln. Also eine ziemlich geniale Idee.  Und noch genialer wäre es wenn er Vorbörslich kauft um sich somit auch noch zusätzlich mehr Vorsprung gegenüber gegenüber den anderen heraus holt . Schnell war die Risikokalkulation und der mögliche Gewinn für den Trade berechnet. Es war wunderbar! Ein Chancen - Risiko Verhältnis von 5 zu 1! Er wusste also wieviel er maximal verlieren könnte falls es doch schief läuft, und kaufte eilig dem Emittenten des Zertifikats dieses voller Vorfreude ab. Mann, war der Emittent dumm! Wie konnte er es zu so einem spottbilligen Preis verkaufen !? Der Button war gedrückt, und Joe hatte das Zertifikat in seinem Depot. Langsam begann sich die Anzeige seines Kontostand zu bewegen. Sehr gut dachte Joe! Es geht schon in die richtige Richtung. Die Uhr in Joes Office bewegte sich zur Neun. Es waren 20 Minuten vor Börsen Eröffnung, und nun somit auch Zeit sich entspannt zurück zu lehnen. Joe beobachtete die Daten und Zahlen auf seinen Schirmen, lass die aktuellen News Feeds und checkte die Charts. Dabei immer ein Auge auf seinen Kontostand der ihm im oberen Bereich des linken Monitors angezeigt wurde. Er war im Plus, und das schon mit 200 Dollar. Tja, besser konnte der Tag nicht starten und in seiner sich ausbreitenden Entspannung lass Joe die Nachrichten weiter auf den Monitoren ab. Noch 10 Minuten und dann geht es los, dachte er als er kurz auf die Uhr blickte. Doch dann im nächsten Moment durchfuhr ihn ein Schauer. Etwas stimmte nicht und zwar gewaltig! Die Anzeige seines Kontostandes war nicht korrekt! Da stand ein Verlust von 550 Dollar!

Joe reagierte sofort richtig. Er wusste was zu tun war. Wichtig war es Ruhe zu bewahren, das war ihm klar. Es musste ein Fehler in der Anzeige sein. Oder doch nicht? Er blickte zwischen dem Nachrichtenfenster und der Anzeige seines Kontostandes souverän hin und her. Ok, es kamen keine negativen Nachrichten, also alles klar!Doch die Kontoanzeige ging immer weiter ins Negative, und der Verlust wuchs rapide auf nun 900 Dollar. Jetzt wurde Joe langsam nervös. Ihm war klar er musste wieder raus aus der Position und das schnell. Damit hatte er ja gerechnet. Er wusste schließlich dass es schief gehen hätte können. Der mögliche Verlust war in seinem Plan berechnet. Er drückte also nun auf den Verkaufen Button und es erschien ein großes rotes Fenster auf dem Schirm. Joe konnte seinen Augen nicht trauen und Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Auf dem erscheinenden Fenster war zu lesen das ein Verkauf Vorbörslich nicht möglich wäre. WTF? In Joe brach eine Welt zusammen, er war machtlos. Dieses Gefühl kannte er nicht. Er sah zu wie sein Verlust immer grösser wurde. Die roten Zahlen zeigten nun einen Verlust von über 1600 Dollar an.

In Joe kam eine unermessliche Wut auf, die er an der armen Hartplastik Computermaus auf dem Tisch ausließ, indem er versuchte sie zu erwürgen. Es half aber alles nichts, er konnte nicht das geringste machen. Nur warten und die Minuten zählen. Der Sekundenzeiger der Uhr schien sich immer langsamer zu bewegen, dafür aber der Verlust auf seinem Konto immer schneller grösser zu werden. Ein Horror für Joe, er musste Tatenlos zusehen wie sein schönes Geld immer weniger wurde, und das von Sekunde zu Sekunde. Noch eine Minute und das Minus stand jetzt bei 2900 Dollar. Joe konnte es einfach nicht glauben. Er hatte doch alles berechnet und alles gewusst. Wie konnte es ihm passieren das er nun innerhalb von 20 Minuten fast 3000 Dollar in den Sand setzte? Man hatte ihn über den Tisch gezogen! Dieser betrügerische Emittent des Zertifikats war der Täter! Diese Tatsache wurde Joe nun erschreckend klar.

9:00 Es war endlich soweit und plötzlich kam Leben auf die Schirme. Alle Zahlen begann sich hektisch zu bewegen und die Felder fingen an zu blinken. Es kam einem Casino in Las Vegas gleich. Der Handel war eröffnet und das große Rote Feld wurde Blau. Joe drückte blitzschnell den Verkaufs Button und realisierte den Verlust. Ein Minus von 3500 Dollar! Joe sackte nach hinten in den Sessel und sein Gehirn fing damit an den Vorfall zu analysieren. Es dauerte ein paar Minuten bis sich das Ergebnis zeigte. Der Emittent war doch nicht schuld wie er zuerst angenommen hatte. Nein, der Täter war ein anderer. Jemand anders hatte ihn über den Tisch gezogen! Das erkannte Joe, dem sein Gesicht jetzt eines Toten glich. Es war ein Typ den er schon lange kannte, aber von dem er es nie erwartet hätte.

Sein Name war Mister Joe Arrogance!








 Diese nette kleine Kurzgeschichte enthält Lesetipps für Wesen wie Joe. Also für alle die es gerne mit ihm aufnehmen möchten.







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